Einsatztauglichkeit der Rettungshunde | Verein für Deutsche Schäferhunde - OG Buchen-Bödigheim e.V.
Einsatztauglichkeit der Rettungshunde

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Einsatzprüfung RH 2 Fläche bei der Feuerwehr Buchen-Bödigheim

Mittlerweile können die Rettungshundestaffeln der Feuerwehren aus Buchen und Wiesbaden auf gemeinsam erfolgreich abgehaltene „Rettungshundeeinsatzprüfungen" zurückblicken. Es sind Veranstaltungen, von deren gemeinsamen Wissens- und Erfahrungsaustausch alle partizipieren können.

In enger Zusammenarbeit mit dem Verein für deutsche Schäferhunde, Ortsgruppe Buchen-Bödigheim veranstaltete die Feuerwehr Buchen vom 12. bis 14. Juli 2013 eine Rettungshundeeinsatzprüfung mit insgesamt 18 Teilnehmern. Auf dem Übungsgelände der Ortsgruppe Buchen-Bödigheim mussten die Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden zusammen mit dem Feuerwehrkameraden auf vier Pfoten ihr Können in der Gehorsamsarbeit und der Gewandtheit unter Beweis stellen. Überprüft wurde die Gebrauchshundefähigkeit des Hundes im Führungssystem „Führen und Leiten im Einsatz“ sowie die Geschicklichkeit und Gewandtheit der Hunde auf verschiedenen Arbeitsgeräten der Gebrauchshundeausbildung.

Die Rettungshundeprüfung Stufe 1 (Flächensuche) absolvierte Bianca Vogt mit Zack und Chicago von Beluga sowie Sigrid Meixner mit Caja vom Reichertshof jeweilst mit der Note Sehr Gut. Die Prüfungsstufe 2 (Flächensuche) Stufe A legten Werner Geier mit Vincent vom Reichertshof und der Gesamtnote Vorzüglich, gefolgt von Friedrich Reichert mit Vegas und Vera vom Reichertshof sowie Henrik Kreuter mit Viktoria vom Reichertshof.

Die Flächensuche Stufe B absolvierte Steffen Pfeil mit Riva vom Reichertshof und der Gesamtnote Sehr Gut.

Den Höhepunkt der Veranstaltung markierte die Überprüfung der Einsatzfähigkeit der Mitglieder Rettungshundestaffel der FFW Buchen. Diese ist einmal im Jahr zu absolvieren. Hierbei wird eine Übungssituation detailgetreu simuliert, welche Aufschluss über die Einsatzfähigkeit von Hundeführer und Einsatzhund für die Rettungshundestaffel geben soll. Insgesamt stellten sich neun Hundeführer mit elf Hunden von der FFW Buchen sowie drei Hundeführer mit drei Hunden von der Rettungshundestaffel Wiesbaden der Überprüfung. Prüfungsrichter Quint attestierte allen Teilnehmern gute bis vorzügliche Leistungen und somit uneingeschränkte Leistungsfähigkeit. Im Einzelnen waren erfolgreich: Ralf Knapp mit Masko vom Reichertshof, Achim Hölzlein mit Mike vom Reichertshof, Daniela Pfeil

Der Begriff „Gebrauchshunde“ wird in unterschiedlichem Kontext im Hundewesen verwendet. Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass Gebrauchshundevereine, wie die Ortsgruppe Buchen-Bödigheim und die Rettungshundestaffel der Feuerwehr Buchen eine freundschaftliche Interessengemeinschaft bilden. Gefragt ist bei den Rettungshundestaffeln der Feuerwehren der typische Gebrauchshund, der für spezielle Tätigkeiten der Sucharbeit in der humanitären Hilfe eingesetzt und demzufolge „gebraucht“ wird. Die Ausbildung von Gebrauchshunden zählt schon seit Jahrzehnten zum Tätigkeitsfeld der Ortsgruppen im Verein für Deutsche Schäferhunde. Es bestehen daher sehr viele Synergieeffekte in der Ausbildung, wo beide Kooperationen voneinander partizipieren können. Ein Feuerwehr Diensthund, wie er bei den Feuerwehren in Buchen und Wiesbaden eingesetzt wird, ist ein speziell für den hoheitlichen Aufgabenbereich der Feuerwehr ausgebildeter Rettungshund. Im Einsatzgeschehen der Feuerwehren gibt es daher sehr viele gesetzliche Bestimmungen, beispielsweise aus den Feuerwehrdienstvorschriften einzuhalten, auch im speziellen Fachbereich der Rettungshundearbeit. Daher müssen die Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden neben der Fachausbildung der Rettungshundearbeit auch die Anforderungen des allgemeinen Feuerwehrdienstes erfüllen und die Bestimmungen aus den Unfallverhütungsvorschriften der Feuerwehren zu beachten. Gebrauchshunde in der Feuerwehr finden Einsatz zum Beispiel bei Katastrophen, Such- und Rettungsarbeit nach Gebäudeeinstürze, Lawinenunglücken und vermisste Personen.

Für die verschiedenen Einsatzgebiete der Suchtätigkeit innerhalb des Feuerwehrdienstes müssen diese Gebrauchshunde spezifische Voraussetzungen erfüllen, was sowohl zum Beispiel ihren Körperbau in Bezug auf Kraft, Größe, Motorik, Lauffreude, Beweglichkeit und Wendigkeit betrifft, ihr Wesen hinsichtlich der Triebstärke, Motivation und Reizresistenz gegen Umwelteinflüsse aber auch die konditionelle Verfassung, womit das Durchhaltevermögen der Rettungshunde für den Sucheinsatz in einer festgelegte Einsatzzeit gemeint ist. All diese Merkmale gelten es in der Ausbildung zu vermitteln und zu festigen.

Im zweiten Teil wurde die Einsatztauglichkeit der Rettungshunde für Suchaufgaben nach vermissten Personen in einem Waldgebieten überprüft. Für die Rettungshunde der Feuerwehren gibt es Einsatzprüfungen nach bundeseinheitlichen Mindeststandards, die vom Deutschen Feuerwehrverband als Richtlinie MRHOT publiziert wird. Das Bestehen der Einsatzprüfungen gilt als Nachweis der Einsatzbefähigung. In einer Fläche von ca. 30.000 qm Waldgebiet mussten 2 – 3 Personen innerhalb von 20 Minuten Einsatzzeit gesucht werden. Die sehr warme Tagestemperatur forderte von den Hunden ein zusätzliches Potential an konditioneller Verfassung ab, was jedoch von den teilnehmenden Hunden sehr gut kompensiert wurde.

Zusammengefasst hatten sich Einsatztrupps der Feuerwehren aus Buchen und Wiesbaden mit ihren Rettungshunden zur Einsatzprüfung RH 2 Fläche gestellt und eine überdurchschnittliche Demonstration der Sucharbeiten zum definierten Mindeststandard präsentiert. Besonders Auffällig war für mich die geräumige Lauffreude der Hunde im zugewiesenen Waldgebiet, die fast mühelose Beweglichkeit in dem doch sehr schwierigen Gelände und der permanente Arbeitswille der Hunde über die Dauer der Einsatztätigkeit. Markant auch das dauerhaft, anhaltende Bellen der Hunde an einem Fundort einer vermissten Person, womit der Hundeführer vom Hund an die Örtlichkeit des Fundes herbeigerufen wurde und sich der Hundeführer am Bellen des Hundes im Wald orientieren konnte, bis er beim Hund und die vermisste Person angekommen war. Ab dann galt es für die Hundeführer weiterhin die Verfahrensabläufe der Einsatzregeln aus den Feuerwehrdienstvorschriften zu beachten, was lebensrettende Sofortmaßnahmen und Anforderung von Verstärkung über Funk betraf.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch ein gemütliches Beisammensein und dem gegenseitige Erfahrungsaustausch im Vereinsheim der OG-Buchen-Bödigheim. Buchen und Wiesbaden werden auch weiterhin ihre kameradschaftliche Zusammenarbeit in der Zukunft pflegen.

Andreas Quint

Brandamtsrat

Prüfungsrichter und Beauftragter RHOT im LFV Hessen